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ENTRE-WAS? WAS MACHT EIGENTLICH EIN ENTREPRENEUR AN EINEM SONNTAG?

Die Antwort: Das, was er an einem Montag auch tun würde.

Rein in der Übersetzung handelt es sich bei einem ‚Entrepreneur‘ um einen Unternehmer, einen Unternehmenden, also einen, der etwas unternimmt. Treffender geht es eigentlich nicht: Ein Entrepreneur unternimmt etwas und sitzt selten still.

Es ist ein fast heiliger Zorn, der die meisten von uns antreibt. Denn tatsächlich ist die stärkste Qualität von der Emotion ‚Wut‘, dass etwas in Bewegung gesetzt wird. Wenn man weiß, wie, dann kann man den inneren Dampf in die eigene Geschäft-Lokomotive umleiten.

Einen der besten Tipps, den ich von einem Coach bekommen habe, war:

„Wenn du merkst, dass du gerade über was redest, was du gern machen würdest – halt die Klappe und tu’s!“

Der Unterschied ist wie Tag und Nacht, wie ein Fußballspiel anschauen und „Buh“ schreien oder selber auf dem Feld stehen und denken: „Na, warte, das schreit nach einem Tor!“

Also was macht so ein Unternehmer an einem Sonntag? Vermutlich feilt er gerade fieberhaft an einer neuen Idee. Oder er versüßt sich die Buchhaltung mit seiner Lieblingsmusik.

Klar, das klingt jetzt alles ein bisserl romantisch. Er gibt natürlich Tage, da kommen Rechnungen, Anrufe funken in die Kreativität rein, und die Idee will nicht zünden.

Und dann gibt es wieder die Tage wie auf dem Surfbrett: Alles ist bereit, die Wellen perfekt, und du bist im Momentum. Das ist der Augenblick, wenn sich alles fügt, du triffst, wen du treffen solltest, Sätze fallen aufs Stichwort, die Idee zündet. Dieses Momentum kennt jeder Musiker aus der Improvisation, der Autor im kreativen Schreibfluss…Und jeder weiß auch: Diese Augenblicke passieren nicht einfach so. Davor liegt viel Fokus, viel Arbeit, viel Tun. Und dann rauf auf‘s Brett!

Genau genommen ist der Unternehmer der Künstler unter den Wirtschaftlern: Inspiriert von einer Idee legt er los und kreiert ein Produkt, das er selber als Erster kaufen würde. Sein Motor sind seine Neugier, sein Forschergeist und, last but not least, seine Leidenschaft. Nur so ist es zu erklären, dass man nonstop Nächte durcharbeitet, bis die Idee zum Ding wird.

Der Punkt ist der: Was uns oft so mühsam in der Schule abgewöhnt wird, ist die größte Triebfeder der Unternehmer: die Neugier, die brennende Lust, etwas zu lernen und den Hammer neu zu erfinden.

Das größte Talent eines Unternehmers ist seine Kreativität. Man nimmt etwas Altbewährtes und kreiert etwas Neues daraus. Deshalb sind Künstler eigentlich geradezu prädestiniert Unternehmer zu werden, wenn da nicht diese Angst wäre – die Angst vor den Zahlen, vor Geld, vor der Verantwortung, vor‘m Versagen…

Tatsächlich bringt uns das niemand bei. Weder in der Schule, noch an der Uni, noch in der Ausbildung hört man im künstlerischen Bereich mal etwas von Akquise, Business Plan oder gar Buchhaltung und andere grässliche Monster, die so vielen Künstlern den Schlaf rauben…

Ich weiß, wovon ich rede, denn ich war jahrelang die typische Künstlerin: Mal kam viel Geld, mal keines, mal lief was, mal nichts, aber ich konnte kein System dahinter entdecken. Ich fühlte mich einfach nur wie das Opfer aller Umstände, jammerte im griechischen Chor meiner Kollegen und dachte: „So ist das nun mal als Künstler.“ Bis ich eine Unternehmerin kennenlernte, eine ehemalige Kommilitonin. Nach 12 Jahren sehe ich sie wieder, und sie ist im höchsten Maße entspannt, ihr Geschäft läuft und sie hat Spaß ohne Ende. Da wurde ich neugierig… Es folgten Business-Seminare, Online-Kurse, Coachings, Bücher… Ich wollte verstehen, was vor sich ging. Ich wollte dieses Ding verstehen, den Geldfluss, diesen ganz besonderen Saft, der stets das Gute will und stets das Böse schafft, oder wie war das noch?

Die Entdeckungsreise zum Thema ‚Geldfluss‘ würde einen eigenen Artikel füllen, mit so vielen Abenteuern, die denen von Jason und den Argonauten in Nichts nachstehen.

Tatsache ist nur, dass mir so viele Schuppen von den Augen fielen wie Münzen in den Trevi Brunnen.

Irgendwie wusste ich es doch immer schon: Es gibt ein System im Chaos, ein Pattern, ein Muster, und das kann man lernen! Einige Jahre später gründete ich die Artist Entrepreneur School, wo Künstler Unternehmertum erlernen können. Und ganz vorne auf dem Handout steht in roten Lettern: KEINE PANIK!

 

Für alle Künstler, die Lust haben, sich auf die unternehmerischen Pfade zu begeben, hier gleich einmal drei Dinge zur Umsetzung, denn ihr wisst ja, nur tun ist besser als davon reden:

  • Wenn du ein Stipendium als genialer Erfinder bekommen würdest, was würdest du dann erfinden?

Schreib mal alles auf, am besten so viele Ideen, wie dir einfallen und kringele deine drei Favoriten ein. Sehr cool, jetzt hast du also schon drei mögliche Produkte.

  • Wer könnte dieses Produkt kaufen wollen? Wer profitiert wirklich davon und hat Spaß damit? Und wo findest du diese Leute?

Ok. Da hast du also schon ein paar mögliche Kunden.

  • Was wäre die simpelste Form, die deine Erfindung annehmen könnte, und die günstigste Art, sie herzustellen? Oder könntest du einfach einen Workshop oder einen Online-Kurs daraus machen und Andere anleiten, das Produkt selber herzustellen?

 

Beispiel:

Nehmen wir mal an, du malst und würdest eine besondere leuchtende Farbe erfinden. Aber das Material ist natürlich irre teuer, und du hast kein Geld.

Kaufen würden diese Farben andere Maler, die genauso durchgeknallt sind wie du.

Wo findest du diese Maler? An deiner ehemaligen Uni, in Meetups, im Internet…

Wenn dir jetzt das Geld fehlt, um diese genialen Farben herzustellen, dann könntest du jetzt schon anfangen und einen Workshop, einen Online-Kurs oder Einzelstunden anbieten, wo Andere lernen können, wie sie Farben genial mischen – denn darin bist du offensichtlich gut, sonst hättest du die Idee ja nicht gehabt!

Mit dem verdienten Geld kaufst du dir die Farben, die du für deine Mischung brauchst…

Und dann geht das Spiel von vorne los…Du kreierst, du suchst die Kunden, du verkaufst und kaufst neues Material…

 

Viel Spaß und schreibt mal, wie es bei euch lief!

 

Annette Hildebrand

Kategorien:Absights

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