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DREI SCHWESTERN – RESIDENZTHEATER MÜNCHEN

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  • Spannendes Bühnenbild, das auf mehr hoffen lässt
  • Gescheiterte Existenzen in Reinform
  • Ein großartiger Shenja Lacher

 

  • Lethargie der Figuren auf den gesamten Abend übertragen – wer‘s mag…
  • Erwartungen, dass stilistisch mit Bühne und Form etwas passiert, enttäuscht
  • Monotonie

 

 

Regie: Tina Lanik

Mit: Shenja Lacher, Katrin Röver, Juliane Köhler, Hanna Scheibe, Valerie Pachner, Johannes Zirner, Markus Hering, Thomas Lettow, Bijan Zamani, Götz Schulte, Barbara Melzl, Alfred Kleinheinz

 

DREI SCHWESTERN/Residenztheater

Natascha, Olga und Mascha: das sind die drei Schwestern, derer sich Regisseurin Tina Lanik für das Residenztheater angenommen hat. In zwei Stunden und 45 Minuten erzählt sie mit ihrem Ensemble (oder auch nicht, aber dazu gleich) die Planung der Flucht aus dem Paradies – „Nach Moskau!“, die in jeder nur erdenklichen Weise misslingt.

Ich gehe mit gemischten Gefühlen in diesen Theaterabend: Tina Laniks Regiestil, der doch meist sehr ähnlich ausfällt, ist nicht so meins. Aber bei einem naturalistischen Werk, wie Drei Schwestern, könnte ich mir vorstellen, dass es ganz gut passt.

Der Anfang jedenfalls weckt hohe Erwartungen in mir. Musik, Nebel und eine zunächst einmal spannende Bühne. Auch die, in meinen Augen, hochkarätige Besetzung weckt Hoffnungen. Die ersten zehn Minuten des Abends machen Spaß und ich gewinne das Gefühl, dass das Ensemble sich selbst auf die Schippe nimmt. Aber je weiter der Abend voran schreitet wird die Lethargie der Figuren zur Lethargie des Stückes und auch der Inszenierung. Nichts passiert. Ich frage mich, ob das ein findiger konzeptioneller Regiekniff ist, oder das Gegenteil. Knapp drei Stunden plätschert ab jetzt das Spiel dahin und ich gestehe, dass meine Konzentration immer weiter verloren geht. Als dann noch ein Kinderstatist die Bühne betrifft, kann ich mich des Gedankens „Wenn der Regisseur nicht weiter weiß, gibt es Kinder, Tiere oder Trockeneis.“ nicht mehr verwehren. Immer weiter gerät das Geschehen auf der Bühne in einen gefühlten Strudel des Selbstmitleids der Darsteller. Lichtblick des Abends ist ganz klar Shenja Lacher, der es dann doch immer wieder schafft mich abzuholen und mit ulkigen Szeneneinfällen, wie Butterbrotessen, bei Laune hält.

Im großen Ganzen ist Theater/Kunst ja zum Glück Geschmackssache, denke ich mir, als ich das Theater verlasse. Mein Geschmack ist aber leider ganz und gar nicht getroffen.

Sarah Holtkamp

Nächste Vorstellungen: 27.02.16, 22.03.16, 30.03.16 (jeweils 19:30 Uhr)

© Fotos: Thomas Dashuber

Kategorien:Theaterkritik

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